zehnter Tag

»It’s early in the morning
I’m laughing at the sun.
My mirror disappoints me
Am I the only one?«

Awolnation ~ All I Need

Boah, ernsthaft? 6:00? Ich lache die Sonne aus, bin nämlich vor ihr wach. Was ich im Spiegel sehe, deckt sich mit meinem Gefühl dringend wieder ins Bett zu wollen. Was solls, Jammern hat noch nie geholfen. Anziehen und raus ins Dunkel. Glücklicherweise kenn ich den Weg mittlerweile im Schlaf, also trotte ich mit halbgeschlossenen Augen zur Bahn. Dank der neuen Kopfhörer auch mal wieder mit Musik. In der Bahn werde ich dann das erste Mal endlich kontrolliert, hat sich die Wochenkarte dann doch gelohnt! Damit hab ich ja schon fast nicht mehr gerechnet.

In der Schule läuft schon alles halbautomatisch ab, die Lehrer nicken mir zu, ich hab meinen Platz, weiß, wo ich als nächstes hingehen will. Läuft. Bin jetzt nur kurz über Mittag nach Haus gegangen und wollte mich eigentlich hinlegen, stattdessen hab
ich lieber Musik gehört und am Blog gesessen, ein Fluch und ein Segen 😉

So, jetzt gehts auf zur Konferenz. Uuuuh! Später dann mehr.

Später: Eine Lehrerkonferenz ist eine Sache für sich. Wahrscheinlich kann das jeder bestätigen, der einer solchen schon mal beigewohnt hat. Aber ganz so eigen ist das vielleicht nicht. Im Grunde, kann sich vielleicht jeder, der schon einmal mit mehreren Menschen über längeren Zeitraum an einer Sache herumorganisiert hat – Kinder- und Jugendfreizeiten, Musikfestivals, ganz allgemein Vereinssitzungen oder andere Versammlungen – eine Vorstellung machen. Ich bekomme den Eindruck: Menschen sind so. Sie sind natürlich alle individuell und besonders und ganz eigen, aber am Ende läuft es in Versammlungen immer gleich. Man hat immer wieder extrem ähnliche Rollen: Engagierte, Genervte, Menschen, die alles missverstehen, was man nur missverstehen kann – wobei es da natürlich auch immer auf die Perspektive ankommt 😉 – Positive, Sarkastische, offen Kontra Gebende, leise anti Tuschelnde, absolut nicht Beteiligte – ich könnte noch ewig weiter aufzählen. Stell mir gerade vor, wie der ein oder andere kichert, nickt, genervt die Augen verdreht, weil die letzte Besprechung in Erinnerung gerufen wird. Ja, wie gesagt, mein Eindruck ist: So läuft das eben.
Was lerne ich daraus? Auch Lehrer sind keine homogene Gruppe. Na was für ein Glück, dann ist da sicher auch noch Platz für meine ganz eigenen Spinnereien.
Ach, bei Spinnereien – Hab auf dem Weg zur Konferenz eine lustige Situation erlebt:
Ich stehe nichtsahnend an der U-Bahn, höre schön laut Musik. Ein etwa 13-jähriger Junge und sein Freund holen aus so einer Haltevorrichtung für lauter verschiedene Fahrpläne scheinbar zwei komplette Stapel oder mehr von Fahrplänen. Wofür auch immer. Darauf wird eine ältere Dame aufmerksam und findet das absolut nicht in Ordnung. Ich nehme leider viel zu spät die Kopfhörer ab und höre nur noch “was wollt ihr denn mit den ganzen Dingern?” Sie greift in den noch offenen Rucksack des weggehenden Jungen und sagt zu der anderen älteren Dame neben ihr, während sie eine ganze handvoll von den Teilen aus dem Rucksack zieht und über den Bahnsteig verteilt: “Hier, alles geklaut! Das gibt’s doch nicht! Eine Unverschämtheit!” Ich muss lachen. Also klar, ist bescheuert von den Jungs, Papierverschwendung, wenn das alles wieder und wieder gedruckt wird und irgendwo im Müll landet. Aber diese Oma-Polizei ist einfach zu gut! Dann helfe ich der Frau, die schimpft wie ein Rohrspatz – “man müsste hier mal über Mittag jemanden hinstellen! Los! Geht weg jetzt oder ich hole hier jemanden, dann bekommt ihr mal ordentlich eins auf die Mütze! (sie haben sich kurzzeitig nochmal in den 5m Radius der Frau gewagt, danach nicht mehr)” – die Zettel einzusammeln und sortiere sie auch wieder richtig ein. Frag mich ehrlich gesagt auch, was die mit lauter kleinen bedruckten Faltfahrplänen der Linien 50 und 52 wollen. Vielleicht Schaffner oder Bahn-Informationsbeauftragter spielen? Dafür sind sie mir zu alt. Und wer fragt schon nur nach diesen zwei Buslinien. Also wer eine Idee hat: gerne her damit!

Abends fahre ich wieder zum Ultimatetraining. Bestes Wetter erwartet uns. Regen im Flutlicht sieht auch einfach echt schön aus. Die Übungen sind super, Stimmung trotz des Wetters auch. Beim Spielen verlieren wir häufig die Scheiben und ich die Nerven. Bin wahrscheinlich auch nervös wegen der Stunde, aber prinzipiell ist das eine meiner Schwachstellen. Wenn etwas nicht richtig läuft, fällt es mir schwer motiviert aber noch schwerer positiv zu bleiben. Aber das ist etwas, woran ich arbeiten kann. Was für eine Hilfe so ein Sport sein kann: Man hat die Chance Dinge auf dem Feld zu lernen, die einem definitiv auch neben dem Feld im Alltag wahnsinnig weiterhelfen. Danke dafür Ultimate! Und eine Bitte um Entschuldigung an alle, die bis jetzt schon darunter leiden mussten. 🙂

Auf dem Heimweg mach ich mich dann schon mal so richtig schön verrückt für meine morgige Stunde. Also nichts wie ins Bett, dann ist schnell Donnerstag und ich hab es hinter mir.
Gute Nacht und bis morgen!

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